Handball Herren1: Für die TG Mipa kann die Devise nur „jetzt erst recht“ heißen

Gebeutelter Handball-Bayernligist muss beim Derby in Haching definitiv auf Kabashi, Gretsch und Hanel verzichten

Schwere Zeiten für Handball-Bayernligist TG Mipa Landshut: Die Euphorie des letztjährigen Vizetitels ist längst verflogen, stattdessen gibt’s nach einem kapitalen Fehlstart in die Saison 2017/18 (2:10 Punkte, Platz 13) bereits nach dem sechsten Spieltag Abstiegskampf pur. Fortsetzung folgt am Samstag (18.15 Uhr, Hachinga-Halle) im Süd-Derby beim TSV Unterhaching.

 
Die Gastgeber (6./8:8) kamen ebenfalls etwas holprig in die neue Spielzeit, leisteten sich schon zwei Heimniederlagen (19:26 zum Saisonauftakt gegen Rimpar II, 26:31 gegen Primus Erlangen-Bruck). Doch zuletzt gewann das Team von Cheftrainer Christian Sorger zweimal in Folge (26:25 gegen Rothenburg, 29:24 in Anzing), wobei vor allem der Erfolg beim ungeliebten Nachbarn, den Anzinger „Löwen“, einen richtigen Hype auslöste. Dieser soll die Rand-Münchner nach deren Geschmack am Samstag zum dritten Sieg am Stück tragen und damit die in der vorjährigen Meisterschaftsrunde gegen die Niederbayern deutlich ins Negative gerutschte Bilanz wieder etwas aufpäppeln. Den durchwachsenen zehnten Platz im Schlussklassement 2016/17 begründeten die TSV-Verantwortlichen mit einem Umbruch, der beim langjährigen Topclub vonstatten gegangen sei. Doch faktisch dreht sich bei den Hachingern wie gehabt alles um die routinierte Achse Johannes „Danger“ Borschel (bisher 37 Tore)/Martin Dauhrer (27). Unter „normalen“ Umständen also ein Kontrahent, der für die TGL unter der Kategorie „absolut schlagbar“ einzureihen ist.

 

Doch „normal“ war für die Rot-Weißen diese Serie noch nicht. Das berühmte Momentum, das die Mannschaft um TGL-Trainer Milan Sedivec noch in der Vorsaison in vielen engem Spielen glücklich auf ihrer Seite wusste, fehlte bislang völlig. Hinzu kam zuletzt gegen Haunstetten (32:36) unwahrscheinliches Verletzungspech. So werden am heutigen Samstag Enis Kabashi (Kniescheibenprellung und Innenbandverletzung), der für die komplette Vorrunde auszufallen droht, Tobias Gretsch (Knieprobleme) und Torwart Dominik Hanel (eingeklemmter Nerv in der Schulter) definitiv ausfallen. Schon seit Wochen zwickt’s Matthias „Matze“ Müller in der Schulter, was den Rückraumschützen natürlich stark handicapt. Julian „Juppi“ Ruckdäschel konnte vor Wochenfrist wegen Sehstörungen durch eine Augenverletzung erst gar nicht spielen, brennt aber in Haching bei seinem Ex-Verein auf seinen Einsatz. Wer letztlich in der Grünau im rot-weißen Trikot aufläuft, entschied sich erst beim gestrigen Abschlusstraining. Für Landshut kann angesichts der aktuellen Punkte- und Personalmisere die Devise nur „jetzt erst recht“ heißen.

 

„Wir müssen uns selbst helfen, und mit dem Kopf nach oben ins nächste Spiel gehen. Haching können wir schlagen, wenn alle in der Abwehr hart und diszipliniert spielen“, sagt Trainer Milan Sedivec. Und auch bei TG-Abteilungsleiter Jürgen Frank ist von Panik keine Spur: „Es gibt keine Schicksalsspiele. Wir müssen die Kirche schon im Dorf lassen und dürfen uns jetzt nicht verrückt machen lassen. Dass es angesichts unseres verjüngten Kaders eine schwierige Saison werden würde, war für mich klar. Aber wir werden deswegen von unserem Konzept nicht abweichen und weiterhin auf unsere Jugend setzen“, macht der Spartenchef deutlich. Und gerade von seinen Youngsters hat Frank in dieser Trainingswoche „positive Signale“ empfangen. Das lässt für die nächsten Spiele hoffen!
TG Mipa Landshut: Elgeti, Adrian Müller; Sedivec jun,, Christ, Scheibengraber, Müller, Auernhammer, Obermayr, Pich, Berndl, Moritz. -fe-

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